Wer wir sind

Die Evangelische Studierenden- und Hochschulgemeinde ist ein Ort der Beteiligung. Wir leben davon, dass wir Gemeinschaft durch Leben erfahrbar und spürbar machen. Wir freuen uns auf Dich und über Dich und laden Dich herzlich zum Teilnehmen, Teil sein und Beteiligen ein.
Für uns ist es wichtig, daß wir die unterschiedlichen Wertvorstellungen einzelner achten. Im „Lebensraum Studierendengemeinde“ finden verschiedene Personen und Gruppen Freiräume für ihre Aktivitäten. Wir laden zur aktiven Mitarbeit und zum Einbringen neuer Ideen und Interessen ein. Denn der „Lebensraum Studierendengemeinde“ wird durch Dich lebendig.

In unseren Veranstaltungen wollen wir die Gelegenheit für kritische Auseinandersetzungen mit Fragen des Glaubens, drängenden Problemen in Gesellschaft und Hochschule bieten. Deshalb findet sich ein weites Themenspektrum aus natur-, geisteswissenschaftlichen und kulturellen Bereichen im Semesterangebot.
Politische Verantwortung und Sensibilität für gesellschaftliche Fragen sind für uns wichtige Ziele.

Neuer Pfarrer

Liebe Student*innen!

Unser erstes gemeinsames Wintersemester steht ins Haus, und ich freue mich darauf. Sehr sogar. Ob im Gespräch über die Krisen des Lebens und die Themen, die die Welt bewegen, oder beim Feiern des Lebens und unseres Glaubens – ich bin dankbar, nun als Pfarrer für Studierenden- und Hochschulseelsorge mit euch unterwegs zu sein.

Auf ein gutes Semester mit guten Begegnungen!
Conrad Krannich

Spendenkonto

Kontoinhaber:
Landeskirchenamt der EKM

Evangelische Bank eG
IBAN:   DE26 5206 0410 000 8 0000 00
BIC:      GENODEF1EK1

Überweisungstext:
SB 01/1230/02/2210 Spenden ESG Halle

Gemeinderat

Unsere Gemeinde wird vom Gemeinderat geleitet, der aus mindestens fünf gewählten Vertrauensstudierenden gebildet wird. Diese Menschen engagieren sich mit Leidenschaft und Einfallsreichtum für das Leben der Gemeinde heute und jetzt. Sie sind ansprechbar, wenn Andere Anregungen und Wünsche haben.

Grundsätze

Die Evangelische Studierendengemeinde Halle (Saale) ist Kirche am Hochschulort und versammelt Studierende vieler verschiedener Fachrichtungen. Wir verstehen uns als eine christliche Gemeinde, die sich bemüht, für Menschen verschiedener Lebens- und Glaubensformen und Lebenskulturen einladend zu sein. Wir freuen uns, wenn wir bunt sind. Selbst wenn wir wissen, dass Interkulturalität eine große Herausforderung ist, verstehen wir Gottes Liebe als Aufforderung zu Vielfalt. Fremdenhass, Homophobie, Rassismus, Militarismus, Extremismus und Sexismus haben bei uns kein Zuhause. Wir stellen uns der Herausforderung, die mit der protestantischen Verantwortung für die Mitgestaltung unserer Welt verbunden ist. Manchmal haben wir es schwer, weil wir die Verunsicherung der Angst kennen. Manchmal ist unser Vertrauen klein. Aber wir lassen uns von Gott ansprechen und wir erleben die Ermutigung gelebter Gemeinschaft. Manchmal können wir die Zukunft schmecken, wenn Frieden und Gerechtigkeit sich küssen.

Der Gemeinderat hat diese Grundsätze am 3.4.2018 beschlossen.

Hintergrund

Die Evangelische Studierendengemeinde in Halle gibt es seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Es gab glanzvolle Zeiten mit überfüllten Räumen in den fünfziger Jahren, es gab die herausfordernden Zeiten in der DDR, es gibt jetzt die Zeit der Zeit, in der wir bestehen wollen und in der wir leben und mit großer Freude Studierendengemeinde sind. Sie ist, wie wir sind. Wir sind, wie wir sind. Und das passt wirklich gut zusammen.

Studierendengemeinde ist eine unselbstständige Gemeindeform, die fest an der Landeskirche, am Dezernat für Bildung, angebunden ist. Wir verfügen über finanzielle Mittel (wir führen einen Haushaltplan und versuchen, den einzuhalten…), die Pfarrstelle wird vom Landeskirchenamt bezahlt. An unserem Standort in der Puschkinstraße sind wir nur Mietende. Das Haus gehört uns nicht und wir können – außer unserer Küche und unserer kleinen Bar – keine Räume vermieten. (Anfragen diesbezüglich bitte an das Büro des Regionalbischofs.)

Wir sind vernetzt mit den anderen Evangelischen Studierendengemeinden in unserer Landeskirche (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) und bemühen uns, die Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen ESGn zu fördern und zu pflegen. Darüber hinaus gehören wir zur Regionalgruppe Ostdeutscher Studierendengemeinden und werden auf Bundesebene von der Bundesgeschäftsstelle der Evangelischen Studierendengemeinden (Bundes ESG – Sitz in Hannover, Untergruppe der aej – Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugend) vertreten.

Der Freundeskreis der ESG Halle ist ein eingetragener Verein, der uns tatkräftig unterstützt und von ehemaligen Mitgliedern der Gemeinde getragen wird. Er begleitet unsere Entwicklung und ist besonders für den Akademischen Tag, der immer im Sommersemester stattfindet, verantwortlich.

Der Evangelische Hochschulbeirat befindet sich in Gründung. Er soll unter der Schirmherrschaft des Regionalbischofs und des Superintendenten des Kirchenkreises Halle die Kirche besser und wirkungsvoller mit den Hochschulen vernetzen und die Studierendengemeinde kritisch in ihrer Entwicklung begleiten. In ihn werden lauter „wichtige“ Leute berufen, die mit ihren klugen Köpfen neue Ideen für Kirche am Hochschulort erfinden sollen.

Die ESG ist die Nachfolgerin der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung (DCSV). Die Wurzeln der ESGn sind dreifacher Art: in der Bekennenden Kirche (BK), der DCSV und im Studentenpfarramt. Über die Anfänge der ESG Halle nach 1945 ist leider wenig bekannt. Bereits vor der Wiedereröffnung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am 1.2.1946 muss es aber Studienkurse gegeben haben, ebenso etwas wie die ESG.

Wichtige Schwerpunkte der folgenden Jahrzehnte in der ESG waren u.a. die ökumenische,  Friedens- und Umweltbewegung, interdisziplinäre, aktuell-politische Fragen, Themen der Armut und (Un-)Gerechtigkeit in der (Dritten) Welt sowie die Problematik des Wehrdienstes.

Das spezielle geistige und geistliche Klima in den ESGn wurde geschätzt. Hier trafen sich Gleichgesinnte mit christlicher Perspektive und erlebten eine fürs Leben prägende Zeit. In der DDR waren die Studentengemeinden wichtige Oasen des Meinungspluralismus und der Toleranz und bedeutsam als „Schulen der Demokratie und Zivilcourage“.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands haben sich Bedeutung, Aufgaben und Schwerpunkte der ESG verändert, z.B. Beratung ausländischer Studierender und interreligiöse Dialog.

(Autor: Andreas Thulin)

Der rote Hahn ist das Symbol der ESG.
Er hat drei verschiedene Bedeutungshintergründe:

1. Petrus Verrat an Jesus
Der Hahn ist ein biblisches Tier. Im Neuen Testament erinnert der Hahn Petrus an seinen Verrat Jesus gegenüber („Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben“). So warnt der Hahn die Kirche vor dem Verschweigen ihrer Wahrheit und zeigt ihre Fehlbarkeit auf. Wir dürfen uns nicht herausreden, weder im Kleinen, noch im Großen, wo die Angst vor Kirchenaustritten nicht selten die vom Evangelium geforderte Solidarität mit den Armen und Unterdrückten blockiert. Der Hahn soll uns selbst mahnen, wir wollen aber auch als kritische Gemeinde unsere Kirche mahnen.

2. Wetterhahn
Bekannt ist der Hahn vor allem als Wetterhahn auf dem Kirchturm, wo er sich im Wind dreht. Mag sein, dass die Kirche „ihr Mäntelchen nach dem Winde hängt“. Bei dem Hahn ist das jedoch anders: Er dreht sich immer so, dass er mit dem Kopf gegen den Wind steht: Er kräht immer gegen den Wind! Der Hahn soll uns daran erinnern, dass wir misstrauisch sein sollen gegen das, was uns als normal und als vorherrschende Meinung angeboten wird. Gegen die „normale Ausländerfeindlichkeit“ z.B. müssen wir deutlich die Stimme erheben und aktiv werden.

3. Reformationszeit
Zur Reformationszeit hat die „räuberische Rotte der Bauern“ (Martin Luther) den roten Hahn (das Feuer) auf das Dach ihrer Herren gesetzt, von denen sie drangsaliert wurden. Auf wessen Seite ist Jesus damals gewesen, als Luther sich auf die Seite der Fürsten stellte? Auf wessen Seite steht er heute in Lateinamerika, Afrika, Asien, …? UND: Auf wessen Seite stehen wir?